Suche

Suche

Häufig zum Thema Optionen gestellte Fragen

 

Basiswissen

F: Sind Optionen und Optionsscheine das selbe?

A: Nein. Optionen sind standardisierte, markt-öffentlich handelbare Produkte. Optionsscheine sind im Prinzip wie Zertifikate Inhaberschuldverschreibungen,  welche von einem Emittenten abhängen. Geht der Emittent von Zertifikaten/Optionsscheinen pleite, ist das Geld verloren (Bonitätsrisiko). Die Preisgestaltung bei standardisierten Optionskontrakten findet auf dem freien Markt statt, bei Optionsscheinen ist der eine Preisgestalter (Emittent) der direkte Gegenspieler typischerweise von Privatanlegern. Er ist frei in seiner Preisgestaltung, diese ist oft intransparent; teilweise wird sie ausgesetzt in schwierigen Marktphasen.  Man kann Optionsscheine nur kaufen, mit standardisierten Optionskontrakten kann man viele Kombinationen fahren, insbesondere sie auch short gehen, was das Herz vieler guter Optionsstrategien ist.

F: Was bedeutet otm (out of the money, aus dem Geld)

A: Der Ausübungspreis der Option (Recht zum Kauf oder Verkauf des Basiswertes zu einem festgelegten Preis) ist schlechter als der Marktpreis; eine Ausübung in keinem Falle sinnvoll.

 

F: Was bedeutet atm (at the money, am Geld)

A: Der Ausübungspreis der Option ist in der Nähe des aktuellen Marktpreises des Basiswertes

 

F: Was bedeutet itm (in the money, im Geld)

A: Der Ausübungspreis ist attraktiver als der Marktpreis, eine Ausübung macht in bestimmten Fällen Sinn.

 

F: Warum übt man Optionen, die im Geld sind, nicht immer sofort aus, sondern nur selten vor Verfall?

A: Weil man sonst den Zeitwert der Option verliert. Der Preis der Option ist vor Verfall um den Zeitwert höher als der Wert des „Privileges“ der Ausübung mit einem besserem als dem Marktpreis. Dieser Zeitwert ginge verloren.

 

F: Wann übt man vor Verfall aus (bzw. kann eine Andienung erwarten)?

A: Der wichtigste Fall ist wegen einer Dividendenzahlung. Ist die Dividende höher als der Zeitwert der Option, lohnt es sich. Potenzielle Kandidaten sind Call-Optionen im Geld mit nur noch wenig Restlaufzeit.

 

F: Muss ich mich um Ausübung oder Andienung kümmern?

A: Die allermeisten gehandelten Optionen werden gemäß dem jeweiligen Options-Clearinghouse automatisch ausgeübt zum Verfall, wenn dies wirtschaftlich ist (sie itm sind).

 

F: Wie werden Optionen ausgeübt?

A: Steht in den Bedingungen. Handelt es sich um Optionen auf Indices, gibt es oft Barausgleich, der innere Wert an Cash wird vom Optionsverkäufer zum Optionsinhaber transferiert. In den meisten anderen Fällen wird das zugrundeliegende Geschäft ausgeführt; der Basiswert wechselt den Besitzer.

 

F: Ich habe einen Short-Call aber nicht die Aktien und erwarte Andienung. Was passiert?

A: Sie müssen die Aktie verkaufen, als Ergebnis sind Sie sie danach short im Depot.

 

F: Nach Ausübung / Andienung könnte ich ein Margin-Problem haben. Was passiert?

A: Sie als Kontoinhaber müssen Ihren Marginbedarf möglichst im Vorfeld reduzieren. Broker gewähren danach - vor allem im Falle unerwarteter Andienung – oft eine Kulanzperiode, während der Sie reagieren können und sollten. Im Extremfalle drohen aber Nichtausübung bzw Zwangsliquidierung von Positionen. Margin-Management zu allen Zeiten ist unabdingbar im Margin-Konto.

 

Optionsmärkte, Liquidität

 

F: Auf welche Basiswerte gibt es Optionen

A: Prinzipiell auf alle mit einem gewissen Marktvolumen und Liquididät. Aktien, Indices, Währungs-Futures (zum US-Dollar), Rohstoff-Futures, Anleihen-Futures sowie Sonderprodukte (wie VIX)

 

F: Wie sieht es mit Marktliquidität aus? Ist Liquidität in Optionen wichtig?

A: Für Leute mit nicht so viel Erfahrung gilt die Empfehlung, liquide Optionen zu handeln.

 

F: Sind die Optionen auch automatisch liquide, wenn es der Handel im Basiswert ist?

A: In vielen Fällen leider nicht. Da auf einen Basiswert sehr viele Optionskontrakte gehandelt werden, verteilen sich die Umsätze auf diese und es erfordert deutlich mehr Marktvolumen, Liquidität auch in den Optionen zu erzeugen. Liquider Basiswert heißt daher nicht automatisch liquide Optionen.

 

F: Mein Super-Lieblingsbasiswert hat aber nur illiquide Optionen. Soll ich drauf verzichten?

Es gibt Experten für illiquide Optionen, die diese erfolgreich traden können. Gerade in schwierigen Marktphasen ist es aber u.U. schwer, eine akzeptable Ausführung einer Order zu erhalten. Es gibt sehr weite Bid/Ask-Spannen, der Umgang damit erfordert Erfahrung und einen Plan (z.B. Hedge, Gegenposition) für den Fall, dass eine illiquide Position sich stark gegen einen entwickelt.

 

F: Gibt es erfahrene Optionshändler, die auch mit ihrer Erfahrung prinzipiell nur liquide Optionen handeln?

A: Ja, die gibt es.

 

Chance-Risiko; Eintrittswahrscheinlichkeiten

 

F: Warum macht es jemals Sinn, eine Position aufzumachen, wo das maximale Verlustrisiko größer ist, als der Maximalgewinn? Widerspricht das nicht allen Erkenntnisse von Chance-Risiko-Verhältnissen bei guten Tradern?

A: Es kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Die Eintrittswahrscheinlichkeit. Die Wahrscheinlichkeit des Gewinnfalles ist wesentlich höher als die des Verlustfalles. In der Summe der Trades zahlt es sich daher oft aus, solche Trades einzugehen.

 

F: Wie bildet sich ein Optionspreis?

A: Im Prinzip steckt neben dem Wert einer Ausübung der Option (sofern vorhanden) eine erwartete Schwankungsbreite des Marktes im Basiswert während der Laufzeit der Option darinnen. Oftmals ist jedoch die tatsächlich dann eintretende Schwankungsbreite geringer – das heißt viele Optionen sind etwas zu hoch gepreist.

 

F: Der Markt weiß doch auch, dass Trades mit verkauften Optionen oft hohe Gewinnwahrscheinlichkeit haben. Dann müsste er sie doch entsprechend preisen?

A: Die Erfahrung zeigt, dass dennoch die Optionspreise oftmals höher sind als der „faire Wert“. Nach wie vor ziehen viele Leute es vor, die Gegenposition einzunehmen, wo die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen statistisch um einiges kleiner ist.