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Haben Sie schon mal ein Hotel in Berlin gebucht? Die meisten von Ihnen sicherlich. Wenn man in einem der Hotelvergleichsportale „Berlin“ eingibt und sich das Ergebnis nach Preis sortiert anzeigen lässt, stellt man fest, dass die Übernachtungen bei günstigen 30 – 40 Euro losgehen. Kürzlich habe ich anlässlich eines Verwandtenbesuchs eine Hotelübernachtung in Minden (Westfalen) gebucht. Das günstigste Hotel kostete mehr als das Doppelte eines Berliner Hotels. Die gleiche Erfahrung habe ich mit vielen kleineren Städten in Deutschland gemacht. Woran liegt das wohl und warum erzähle ich das an dieser Stelle?

Die Preisdifferenz kommt sicherlich nicht daher, dass Berlin „keine Sau interessiert“. Ganz im Gegenteil: zu jeder Jahreszeit wird Berlin von Touristen überflutet. Nein, den Grund müssen wir auf der Angebotsseite suchen: es gibt einfach einen hohen Konkurrenzdruck unter den Berliner Hoteliers. Das lässt die Preise fallen.

Bezogen auf den Optionshandel, ist der amerikanische Markt „Berlin“ und der deutsche „Minden“. Aktienoptionen werden in den USA derzeit an 12 Börsen gehandelt, die alle untereinander konkurrieren. Im Durchschnitt wurden 2014 dort pro Tag knapp 17 Mio. Kontrakte gehandelt. An der Eurex, die keine Konkurrenz hat, werden täglich lediglich um 1 Mio. Aktienoptionen umgesetzt. Wichtiger als das Volumen ist jedoch die Liquidität der Optionen. Ist es möglich, die Optionen zu fairen Preisen zu handeln? Ein guter Indikator dafür ist die Geld-Brief-Spanne, also die Differenz zwischen dem Preis, der von einem Optionskäufer verlangt wird und dem Preis, der einem Optionsverkäufer geboten wird. Nimmt man sich einmal die DAX-30-Werte vor, die ja immerhin die größten Aktiengesellschaften in Deutschland repräsentieren, sind darunter maximal ein Drittel der Werte mit akzeptablen Spreads handelbar. Ganz anders in den USA. Hier ist der größte Teil der Aktien gut handelbar, was sich dann natürlich im täglichen Handelsvolumen niederschlägt. Wie wir sehen, belebt Konkurrenz tatsächlich das Geschäft und lässt die Preise (bzw. an der Börse die Transaktionskosten) purzeln.

Für jeden Trader, egal, ob er Optionen, Futures, Aktien oder Schweinebäuche handelt, ist Liquidität Grundvoraussetzung für den Erfolg. Illiquide Märkte zu handeln, ist ein No-Go. Stellen Sie sich nur einmal vor, was mit den Geld-Brief-Spannen passiert, wenn Unruhe oder noch schlimmer Panik an den Märkten aufkommt. Sie weiten sich zwar an allen Märkten aus (wegen der Unsicherheit), aber sie explodieren förmlich in illiquiden Märkten, weil es dort einfach zu wenig Marktteilnehmer gibt. Im Extremfall werden gar keine Preise mehr gestellt und der Trader kommt aus seiner Position nicht mehr raus. Das ist der Grund, warum wir uns als Optionshändler auf die amerikanischen Märkte konzentrieren, schlicht und ergreifend, weil die europäischen Märkte nicht über die nötige Liquidität verfügen.